3. Apr. 2009

Was heisst das eigentlich? Mittlerweile ist man doch in (fast) allen Teilen der Erde irgendwie erreichbar. Mobilfunk sollte es doch auch in Nepal geben und Internet sowieso. Das ist ja mal Fakt! Nun gut - Ich bin dann mal weg - aber ich komm wieder. Ich hoffe gerade diese Aussage tröstet meine Freundin darüber das ich ihr in der Prüfungszeit nicht zur Seite stehen kann, auch wenn Sie in Gedanken sich meiner Unterstützung immer sicher seien kann.

Es geht also nach Kathmandu, auf das Dach der Welt (1300m ü.M.). Wer weiss wie weit das weg ist von Dresden (300m ü.M.)? Selbst Google Maps konnte mir keine Verbindung ausrechnen. Mit dem Flugzeug sind es irgendwas um die 14 Stunden und dann werd ich von Felix empfangen. Er lebt seit 4 Monaten mit seiner Freundin Rachel in Kathmandu. Ich hoffe das werden 3 sehr prägende Wochen, die mir eine ganze andere Welt zeigen.

Natürlich werde in diesen 3 Wochen hier meinen Senf zu den örtlichen Starbucks- und Dönerbuden-Filialen abgeben - schließlich ist das ja hier ein Blog. ;-) Ach und noch was. Mein Buch über diese Reise wird in ungefähr 5 Jahren veröffentlich. Ich muss nur noch den Bild Reporter auftreiber der das Buch von Hape Kerkeling geschrieben hatte. Hat jemand evtl.l den Xing Kontakt?

Tschüsikowski!

7. Apr. 2009

Guten Abend Frankfurt, Guten morgen Abu Dhabi und now Welcome to Nepal.

Nach gut 30 Stunden stand ich nun mit 200 Leuten aus dem Flug von Abu Dhabi nach Kathmandu am Visa Counter. Als gelernter Deutscher denk man, hey die Typen hier werden bestimmt gleich 5 Schalter öffnen, um den Ansturm an Immigranten abzuarbeiten. Falsch gedacht, wir sind hier in Nepal. Gut 1 Stunde und 40USD später war ich dann endlich drin - in NEPAL.

Heute hab ich erstmal meinen Schlaf, in Felix kleiner Oase im Chaos nachgeholt und gleich das Nationalgericht "Dhal Bhat" ausprobiert. Eine Art Linsenbrei mit Reis und viel viel viel Gemüse. Schaut selbst (PS: man beachte übrigens den Funkturm gleich hinterm Garten!):

Namaste. Die Tage kommen dann weitere Eindruecke! ;-)

8. Apr. 2009

Nachdem wir gestern abend noch die Bowlingbahn (original Brunswick) von Kathmandu mit ganzen 4 Bahnen besucht hatten, ging es heute früh um 07:00 Uhr Richtung Patan. Eigentlich ist Patan eine eigene Stadt, jedoch ist diese in den letzen Jahren an Kathmandu angegliedert worden.

Man muss dazu sagen, dass Kathmandu von Nord nach Sued inkl. Patan nur ca. 10km lang ist und  trozdem hier gut 1,4 Millionen Menschen leben. Dem entsprechend braucht man mit dem Taxi auch über eine halbe Stunde dort hin. ;-) Nach unserem kontinentalen Frühstück über den Dächern des Durba Square, waren wir anschließend im Patan Museum und in fast allen der über 30 Tempel am Platz:

Patan Durba Square & Patan Museum

Swayambhunath

Um den Tag abzurunden fuhren wir anschließend zur Swayambhunath Stupa (nepali: स्वयम्भूनाथ स्तुप) Nachdem Aufstieg bot sich uns ein traumhaftes Bild des buddhistischen Tempels:

 

Zum Abschluss gings dann noch zur Massage, wo mich 1 Stunde lang ein derber Nepalese bearbeitet hat...

10. Apr. 2009

Auf gehts zu den nächsten Hotspots Kathmandu's. Diesmal gibt es eine Zusammenfassung der letzten drei Tage:

Boudhanath

Boudhanath ist die größte Stupas der Welt und man sieht sie schon vom Flugzeug beim Landeanflug. Nach dem Frühstück im Saturday Cafe, verliessen wir die Stupa nach kurzer Zeit wieder, weil uns zu viele Händler mit ihrem Nik Nak belagerten.

 

Pashupatinath

Nächster Stop war Pashupatinath, ein hinduistischer Tempel bei dem man zwar Rs 200 Eintritt bezahlen darf, aber nur Hindus können wirllich den Tempel betreten. Fremde können die tolle Tempelmauern besichtigen. ;-) Dazu muss man aber erwähnen, das dieser Tempel der heiligste Tempel von allen ist und hier die toten Verwandten öffentlich verbrannt und anschließend in den Fluss geworfen werden. Diese Zeremonien darf man natürlich nicht fotogrfieren oder filmen. Vor uns wurden zwei tote Frauen verbrannt ...

BTW die Männer mit dem orangen Umhang nennt man Sudah (buddihstischer Wandermönch). Die lassen sich gerne fuer Rs 100 (ca. 1 Euro) fotografieren!

 

Kathmandu Durba Square

Mit Rachel und ihrem Arbeitskollegen Susan (ein Mann) waren wir auf dem quriligen Durba Square von Kathmandu. Quasi eine 1:1 Kopie von Patan nur doppelt so gross. Mir war das aber alles zu viel und ich hab nach einer Stunde die Tour abgebrochen. Nach unserem Helambu Trek werde ich mit Felix nochmal hier her kommen. Deshalb an dieser Stelle nur ein paar Eindrücke:

 

Mountain Flight

11.04.2009, 07:00 Uhr Flug Buddha Air 104 von Kathmandu nach Kathmandu.

Klingt komisch, aber so nennt sich der Mountain Flight über das Himalaya Gebirge. Gut eine Stunde hatte ich Zeit das riesen Panorama des Dachs der Welt zu bewundert. Auf Augenhöhe konnte ich für ein paar Minuten auch den Mt. Everest sehen. Highlight war aber das "Buddha Air Merchandise Angebot". ;-)

Aufschrift des T-Shrits: "I don't climb the Mt. Everest but I touch it by the heart." good price Rs 1500

11. Apr. 2009

Nepal Wash Store

Ein Beispiel für den extremen Unterschied zwsichen Eurpa und Asien ist, abgesehen von dem Verkehr, das Thema Waschen, Putzen, Sauberkeit. Das Waschen von Klamotten ist nicht immer so einfach, wenn pro Tag nur 2 Stunden Wasser aus dem Wasserhahn sprudelt. Daher bringt Felix die gesamte Wäsche zum Wash Store um die Ecke, der eigentlich einem Müllplatz gleich. Irgendwie interessiert es aber niemanden und mir wurde gesagt ich solle mir nie nie niemals die Warum?-Frage stellen. Deshalb frage ich nicht warum und zeig euch einfach wo grad meine Hemden und Socken trocknen.

Barber Shop

Was in diesem Zusammenhang nicht fehlen darf ist, das man als Mann einer ordentlichen Bartpflege nachgehen sollte. ;-) Also ging es zum Barber Shop um die Ecke mit Kopfmassage inklusive. Felix hat sich noch einen Hair Schnitt verpassen lassen:

16. Apr. 2009

Vor 5 Tagen starteten wir in das Hinterland von Nepal in Richtung tibetische Grenze zum sog. "Helambu Trek".

Gleich am ersten Tag mussten wir 1000m hoch auf den Shivapuri Pass (ca. 2400m) und 300m runter nach Chisopani (uebersetzt: kaltes Wasser). Am nächsten Tag sollte es "nur" 300m runter und 300m hoch nach Chipling gehen, aber am Ende des zweiten Tages stand für mich fest - das ist alles eine Nummer zu gross. Daher brachen wir von Chipling zurück nach Chisopani auf, um dann nach zwei Tagen Wanderung wieder an unseren Bus Stop nach Kathmandu zukommen.

Leider hat es Felix am dritten Tag durch wahrscheinlich schlechtes Essen flachgelegt. Durch Zufall erfuhr ich das es einer schwedischen Trekkerin ebenfalls nicht gut geht und diese einen Medical Transporter angefordert hatte. Mit diesen sind wir am vierten Tag nach ueber 7 Stunden Fahrzeit in Kathmandu angekommen. Natürlich war der Toyota Bus nicht für das Berggelände ausgelegt, so dass wir mehrmals den "Karren aus dem Dreck ziehen" mussten.

Trotzdem konnte ich ein paar schöne Eindrücke von Land und Leuten einfangen:

 

28. Apr. 2009

Viele Menschen fragen mich: "Wie war es in Nepal? Hast du dich gut erholt?"

Ich denke wenn man nach Nepal fährt, will man die Menchen, die Kultur und das Land kennenlernen und damit läßt sich Erholung nur schwer vereinbaren. Man sollte sich klar sein, das es richtig Kraft kostet das Land zu bereisen und zu erfahren. Nepal hat keinen einzigen Kilometer Eisenbahnschiene und so muss jeder Meter entweder zu Fuß oder mit dem Auto zurückgelegt werden.

Anbei eine Impression des Bus Verkehrs:

Wenn man die Kultur Nepals betrachtet, ist es ein unglaublich Schatz an Monumenten und Bauten, die man in der Anzahl sicher in keinem anderen asiatischen Land finden wird. Allein im Kathmandu Valley gibt es über 5 Weltkulturerbe der UNESCO. An jeder Ecke findet man kleine und große Tempel, die immer wieder zum Staunen einladen. Leider gibt es aber den bitteren Beigeschmack, das fast alle dieser schönen Gebäude und Sehenswürdigen sich im Verfall befinden und von den Tauben regelrecht zugepflastert werden. Es kümmert niemanden, wie vor den Augen Aller das Eigentum der Gesellschaft vergammelt und zerfällt.

Die Menschen sind der zweite Schatz des Landes, auch wenn die Gesellschaft durch das Kastensystem im ideologischen Sinner zerteilt ist und keine gegenseitige Wertschätzung kennt. Dennoch hilft jeder Nepalese einem Fremden und man wird immer sehr freundlich behandelt. Nicht einmal wurde mir Negatives zugetragen, was mir ein sehr sicheres Gefühl bereitet hat. Ausnahme waren die zwei Kollegen die meine Kamera "ausleihen" wollten. Aber nicht mit mir. ;-)

Da ich zu wenig außerhalb von Kathmandu war und auch keine Expetition in Richtung Lukla und Namche Bazar oder Mustang unternommen habe, will ich das Land aus dem landschaftlichen Sinne nicht bewerten. Mir ist nur aufgefallen das das Land es sehr kark ist und die Menschen es schwer haben auf dem Land zu leben. Felder werden noch mit Ochsen bestellt, Strom ist nur wenige Stunden vorhanden und fließendes Wasser kommt evtl. von einer Bergquelle. Infrastrukturell ist somit nichts vorhanden, was die Menschen in ihrem täglichem Leben unterstützen würden. Im Gegensatz dazu funktioniert aber das Mobilfunknetz erstaunlich gut.

Mein Resume für diesen Urlaub ist, das es sich wirklich gelohnt hat die vielen kulturellen Schätze zubesuchen und damit einen Einblick in dieses so unbekannte Land zu bekommen. Auch wenn das Trekking sehr anspruchsvoll war und sicher in der Vorbereitung viele Punkte von mir nicht beachtet wurden, war es toll dadurch die Menschen ein wenig besser kennenzulernen. Dennoch werde ich so schnell nicht wieder einen Abenteuerurlaub nach Nepal planen.

Ich bedanke mich auch bei meinem Freund Felix, der mir erste diese viele Einblicke durch seine lokalen Kentnisse ermöglicht hat. Ich wünsche ihm und seiner Freundin das sie es zusammen schaffen, die Hürde in diesem Land zunehmen und gemeinsam Ihre Ziele zuschaffen. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, die beiden irgendwann mal in Europa zu besuchen. Es war schön bei euch!