Reportage: Lahmann Sanatorium (Dresden)

05. September 2011

Das Lahmannsche Sanatorium (Link dresdner-stadtteile.de) auf dem Weißen Hirsch, kennt eigentlich jeder Dresdner. Man fährt die Bautzner Straße stadtauswärts, schlängelt sich über die Mordgrundbrücke den Hirschberg nach oben und linksseitig eröffnet sich die Dresdner Heide mit dem Areal des Sanatoriums.
Leider machte das ehrwürdige Haus mit seinen vielen Nebengebäuden nach der Wende eher unpopuläre Schlagzeilen. So bemühten sich viele Investoren erfolgs- und konzeptlos um den Schatz des Dresdner Nordes. So kam es zu der traurigen Gegenwart die ich heute darstelle und die nur wenig Erwürdiges aus der Vergangenheit in sich trägt.

Zur Geschichte wie es zu der Gegenwart kam. 1887 und Kälte eröffnete Heinrich Lahmann das Sanatorium mit damals revolutionären Methoden zur Steigerung des Wohlbefindens. Er definierte noch heute gültige Standards im Bereich der Kleidung, des Sports und der gesundes Ernährung nach dem Grundsatz “Medicus curat, natura sanat” was sinngemäß “Der Arzt behandelt, die Natur heilt” bedeutet.
Bis zum 2. Weltkrieg besuchten rund 54.000 Kurgäste, darunter u.a. Heinz Rühmann den Weißen Hirsch. Dadurch erlangte der damals noch eigenständige Stadteil einen Ruf, der über die Grenzen Deutschlands bekannt und geschätzt war. Nach dem Sieg der Alliierten übernahm die rote Flagge der Sowjetunion die Führung des Geländes und trotz das dass Areal von den russischen Freunden nicht umgebaut wurde, verfielen die Gebäude (z.B. Herrenbad siehe oben) zusehens. Letztendlich nagt die Natur mit ihren starken Einflüssen an Wänden und Dächern, so dass bereits vieles abtragen werden mussten.

Ein bekanntes Wohnbau-Unternehmen aus Dresden bzw. der Chef hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, das Sanatorium wieder aufleben zu lassen. Es soll die Gegenwart mit der Vergangenheit verbunden werden. Man ließt von einem Generations-Mix der in Neu- und Altbauten einziehen soll. Heute kann man sich das noch gar nicht vorstellen, den von den einst vielen Gebäuden sind heute gerade einmal noch vier freistehende Gebäude. Diese allein wieder zu erwecken bedard es viel Kraft und finanzielle Mittel. Dennoch ist das Konzept hochinteressant, gerade für die “Hirscher” wie sich die Bewohner des Weißen Hirsches nennen.
Aus diesem Grund konnte der Verschönerungsverein des Stadteils an drei Tagen hintereinander jeweils über 300 Gäste zu einem kulturellen Festspiel empfangen. Ziel war es die Vergangenheit in die Gegenwart zu holen – mit alten Charaktären die Geschichte des Sanatorium erzählen. Gunther Emmerlich als Lahmann selbst, Opern- und Kammersänger als Ärtze, Gärtner und Kurgäste sowie eben die noch vier erhaltenen Gebäude (Heinrichshof, Speisesaal, Natura sanat und das Herrenbad) als Kulisse.

Nach 3 Stunden Schauspiel nimmt man Abschied von der Vergangenheit. Man ist froh das man diesen Einblick erleben durfte, aber man ist auch ernüchtert von der Gegenwart des Mythos “Lahmann Sanatorium”, welches rund 40 Jahre für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war. Ich wünsche dem Projekt Erfolg, Glück und Ausdauer!

Auf dem Blog von Holger John findet man noch Bilder von Gebäuden die leider nicht mehr stehen.

Kategorien: Blog, Reportage | 3 Kommentare

Kommentare (3)

  1. Schöne Bilder – ein bissel viele Leute :)
    Der Aufmacher gefällt mir am Besten.

  2. Sehr schöne Aufnahmen das Erste Bild und die Nachtbilder finde ich persönlich am besten gelungen.

    :)

  3. Hat mich schon immer interessiert was das denn fuer ein Gebaeude ist und doch sehr verwunderlich das es bis heute so dahinvegetiert. Gruss

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